Konzeption / Ausgangssituation
Stadtteilanalyse
1986 wurde der besonderen Situation dieses Stadtteils erstmals Aufmerksamkeit zu Teil. Zu diesem Zeitpunkt wurde vom Diakonischen Werk der Ev. Kirche von Westfalen eine Veröffentlichung mit dem Thema: „Lebenssituation und Zukunftsperspektiven alter Menschen - Eine Herausforderung an Kirche und Gesellschaft“ herausgegeben. Die Ev. Fachhochschule führte, unter der Leitung von Dozentin Ursula Zinda, daraufhin Feldbeobachtungen durch und konnte die Ev. Johannes-Kirchengemeinde (u.a. Pastor Volker Rottmann) mit ihren Erkenntnissen und Ideen dazu anregen, sich dem Stadtteil zu öffnen. So begann die anfängliche Projektarbeit der Studierenden, mit einer Stadtteilanalyse, die einen auffallend hohen Anteil älterer Menschen in Bochum-Grumme sichtbar machte. Aus dieser Tatsache wurde ein sozialarbeiterischer Handlungsbedarf abgeleitet.
Erste Initiativen – der erste Stadtteilladen
Nachdem diese Erkenntnisse im Stadtteil deutlich wurden, folgten- anfangs begleitet durch Studierende - erste Initiativen wie der Grummer Treff, der eine selbstorganisierte Gruppe von Menschen zwischen 50-80 Jahren darstellt und bis heute existiert. Dieser Initiative folgten weitere Gruppen und nicht zuletzt der erste Stadtteilladen, ein angemietetes Ladenlokal, als Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger aus dem Stadtteil. Der Dipl.-Sozialarbeiter Friedhelm Lemm ( 1991 – 1995 als Dipl. - Sozialarbeiter im Stadtteilladen, heute im Vorstand des Fördervereins tätig) wurde im Rahmen eines „Fünfjahresprogrammes“ der Westfälischen Landeskirche bei der Inneren Mission - Diakonisches Werk Bochum e.V. angestellt. Sein sozialarbeiterisches Handeln orientierte sich an den Interessen, Wünschen und Hilfebedürfnissen der vor allem älteren Menschen im Stadtteil.
Auf diesem Hintergrund entwickelte sich, in Kooperation mit Studierenden der Ev. Fachhochschule Bochum (Leitung: Dozentin Ursula Zinda), nach und nach eine stadtteilorientierte Sozialarbeit. Unterschiedlichste Menschen konnten mit ihren unterschiedlichen Interessen in die Stadtteilarbeit mit einbezogen werden. Durch Initiativen wie einem Gesprächskreis ‘Pflegender Angehöriger’ oder einem Nachbarschaftscafé fanden spezifische Interessen und Problemsituationen älterer Menschen Berücksichtigung.
Förderverein Grumme e.V. – Leben im Stadtteil
Im Laufe dieser über Jahre sich entwickelnden Arbeit wurde ein weiteres Problem im Stadtteil sichtbar. Die infrastrukturelle Versorgung der Bürgerinnen und Bürger in Grumme war aufgrund der Schließung von Einkaufsmöglichkeiten nicht mehr gesichert.
Aus dieser Situation heraus und durch die Initiative der im Stadtteilladen aktiven ehrenamtlichen und professionellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gründete sich im Jahre 1993 der Förderverein Grumme e.V.- Leben im Stadtteil.
Der Verein machte sich die Verbesserung der Lebenssituation älterer Menschen im Stadtteil zur Aufgabe. Wichtiges Grundprinzip war hierbei eine überparteiliche und überkonfessionelle Arbeit.
Für die Begleitung und Unterstützung der im Förderverein aktiven Bürgerinnen und Bürger wurde der Dipl.-Sozialarbeiter Ilhan Gün (1994-1997 beim Förderverein tätig) über eine ABM-Maßnahme eingestellt.
Mit der Eröffnung eines Bäckereishops/Tagescafés im Jahr 1995 wurden neue Kontaktmöglichkeiten für die im Stadtteil lebenden Menschen und eine Versorgung mit einigen lebensnotwendigen Lebensmitteln, wie Brot, Brötchen, Kuchen etc. geschaffen.
Seit dem Jahr 2000 hat sich der Förderverein auch die Verbesserung der sozialen Lebensqualität für junge Menschen im Stadtteil zum Ziel gesetzt. Er ist seitdem Träger eines Offenen Jugendtreffs Sit Down.
Trägergemeinschaft StadtTeilLaden
In nebeneinander liegenden Ladenlokalen waren mit dem Stadtteilladen der Ev. Johannes-Kirchengemeinde und dem Förderverein Grumme e.V. – Leben im Stadtteil zwei Träger herangewachsen.
Die Ev. Johannes-Kirchengemeinde wollte mit der Anmietung eines Ladenlokals, dem ersten Stadtteilladen, und der Orientierung gemeindenaher Sozialarbeit an den Bedürfnissen und der Betroffenheit der Bewohnerinnen und Bewohner im Stadtteil auf die Menschen zugehen.
Der Förderverein Grumme e.V. – Leben im Stadtteil schuf eine Plattform für all diejenigen, die sich außerhalb kirchlicher Strukturen für den Stadtteil engagieren wollten. Durch seine Trägerschaft war es u.a. möglich einen Bäckereishop mit Tagescafé zu eröffnen, um dem Bedarf an infrastruktureller Versorgung im Stadtteil entgegen zu kommen. Sein Dachverband ist der DPWV.
1998 haben sich beide offiziell zu der Trägergemeinschaft StadtTeilLaden zusammengeschlossen. Gemeinsam verfolgen sie mit der Dipl.-Sozialarbeiterin Silke Neufeld (seit 1997 bei der Ev. Johannes-Kirchengemeinde für die Stadtteilarbeit angestellt) die eingangs beschriebenen Ziele.
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